Serge Kakudji
Der Countertenor Serge Kakudji wurde in Kolwezi in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Schon früh entdeckte er die Oper und begeisterte sich für den Gesang, den er in Chören und Wettbewerben perfektionierte. Als Gewinner zahlreicher Preise vertrat er mit 16 Jahren die Demokratische Republik Kongo beim Internationalen Gesangsfestival in Harare. Seine Begegnung mit Faustin Linyekula markierte den Beginn einer langen künstlerischen Zusammenarbeit und führte ihn auf die Bühnen von Avignon, Wien, Paris und Kinshasa. Ausgebildet in Belgien und Frankreich bei Meistern des Barock- und zeitgenössischen Repertoires, debütierte er an der Opéra de Versailles in Jules César und am Teatro Real in Madrid in L’incoronazione di Poppea mit Sylvain Cambreling in einer Inszenierung von Krzysztof Warlikowski; er sang auch Cavalli, Rossini... Parallel dazu tritt er in Kreationen auf, die die Grenzen der Lyrik erweitern, wie Pitié ! von Alain Platel und Fabrizio Cassol. Er ist der Urheber des Stücks Coup Fatal, das Barock und urbane Musik aus Kinshasa verbindet und in Avignon, Paris, Berlin und Brisbane Beifall fand. Er ist bekannt für seine gewagten Kooperationen (Annabelle Bonnéry, Claire Diterzi, Gualtiero Dazzi, Froefroe) und gründete 2018 die Compagnie Likembe, die es ihm ermöglicht, eigene Projekte wie Second Souffle im Jahr 2024 zu entwickeln. Als Gast auf internationalen Bühnen vervielfacht er seine Kreationen wie Justice von Hèctor Parra im Grand Théâtre de Genève (2024) oder eine monumentale Performance beim Festival de Vienne (2025) unter der künstlerischen Leitung von Milo Rau, den er beim Festival d'Avignon rund um den Procès Pelicot wieder trifft. Oktober 2025 (Philharmonie de Paris): Weltpremiere von Antigone von Pascal Dusapin in der Rolle des Coryphée unter der musikalischen Leitung von Klaus Mäkelä mit dem Orchestre de Paris, Inszenierung von Netia Jones. Zwischen Recitals, Opern und hybriden Projekten vertritt Serge Kakudji eine Konzeption der Oper als Weltkunst, die in ihren afrikanischen Wurzeln verankert ist und an der Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne steht. An der Deutschen Oper Berlin gibt Serge Kakudji sein Debüt in Sunville in der Saison 2026/27.