Unlimited

Die neue Sparte der Deutschen Oper Berlin

Was passiert, wenn die Oper ihre verborgenen Räume öffnet? Wenn das Kulissendepot zur Bühne wird, die Schneiderei zum Konzertsaal, wenn Musiktheater zum poetischen Raum wird und wir uns ganz anders begegnen können? Wenn die Oper keine Grenzen kennt?

Mit Unlimited wird die Oper zur Gastgeberin. Wir legen überraschende Verbindungen: zwischen Oper und Straße, zwischen Komposition und Clubkultur, zwischen Geschichte und radikaler Gegenwart, zwischen Stadt und Opernhaus. Unser Programm folgt der Neugier, wohin sie uns treibt: ins Berghain für Bára Gísladóttirs Kontrabass-Drones, ins Kino mit Susanne Kennedy, in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche für immersive Klanginstallationen. In der Tischlerei – unserer Zentrale – wird afrofuturistisches Musiktheater mit kongolesischer Science-Fiction und spirituellem Jazz zur Vision einer neuen Gesellschaft. John Cage fragt: Wie klingt Demokratie, wenn alle gleichzeitig spielen? Jennifer Walshe und Philip Venables erkunden Einsamkeit als gemeinsame Erfahrung. Und in den Nachtmusiken trifft Mozarts Original-Clavichord auf leuchtende Nähmaschinen und die Letzen Tage der Menschheit.

Wir feiern das Musiktheater als Raum für transformative, experimentelle Kunst. Für Geschichten, die warm sind und trotzdem Grenzen verschieben. Wir geben einem Bildenden Künstler zwei Tage den Schlüssel der Deutschen Oper Berlin, versammeln mit der neuen Konzertreihe Cantadoras Frauenstimmen verschiedener Musiktraditionen, Wissensträgerinnen und Storyteller, die uns an diverse Orte Berlins führen. Unsere Salons bringen Astrologen mit Stockhausen zusammen, Countertenöre mit Sommelières. Und wenn die Nacht kommt, wird die Bühne zum Floor – in den Late Nights atmet die Oper aus und wirft sich in die Nacht.

Unlimited passiert überall: in versteckten Winkeln des Opernhauses, in Berliner Clubs, Galerien, auf dem Vorplatz und im Foyer. Wir laden ein – zu tanzen, zu flackern, zu streiten, zu träumen, ohne Grenzen.

 

Premieren

Sunville > 25.9.26 – 2.10.26

Ein großer, geöffneter freundlicher Mund gibt den Blick frei auf eine orientalische Stadt mit Menschen und Palmen im Sonnenuntergang

Überlebende des Meeres, Geflüchtete, Exilierte, kommen auf einer Insel zusammen. Aus dem Nichts errichten sie eine neue Gesellschaft, ohne die alten Regeln von Herkunft, von Macht. Kann es das geben, eine Gemeinschaft, die auf Liebe gründet? Gastgeber des Abends sind zwei intergalaktische Kollaborateure: Sun Ra, Vordenker des Afrofuturismus als Antwort auf den omnipräsenten Rassismus, und Karlheinz Stockhausen, welcher der Enge der Kunstwelt entfliehen wollte. Beide sind fasziniert von interplanetarischen Vibrationen, lesen in den 70ern das gleiche spirituelle Buch über die Liebe und drehen den Kosmos frei. Was ist wahr, was Fiktion? Was Vergangenheit, was Zukunft? Sunville taucht in eine ungewisse Unterwasserwelt der Fantasie – und stellt die scheinbar einfache Frage: Wie wollen wir leben?

    

 

Music of Changes > 5.3.27 – 13.3.27

Eine freundliche Frau mit langem Haar. Um ihr Haupt leuchten Sterne

Gemeinsam mit dem Berliner Zafraan Ensemble entwerfen der musikalisch verspielte und vielseitige Theaterkünstler Thom Luz und Titus Engel, Conductor in Residence der Deutschen Oper Berlin, einen Musiktheaterabend, in dem sich John Cages Werk in seiner gesamten Weite erleben lässt: von den überraschend mitreißenden Perkussionsstücken der Anfangsjahre über die nachdenklicheren Ausdünnungs- und Auflösungsharmonien der mittleren Schaffensperiode bis zu den völlig von Zufall und Eigeninitiative ihrer Interpretatorik gestalteten Klangmeditationen des Spätwerks. In Cages Werk liegt – über hundert Jahre nach seiner Geburt – immer noch eine der radikalsten musikalischen Antworten auf die dringendste Frage unserer Gesellschaft: Wie kann es uns gelingen, eine Struktur zu erschaffen, in der die unterschiedlichsten Töne koexistieren können, ohne dass ein Ton den anderen dominiert, beherrscht, verdrängt, umdeutet oder gar auslöscht?

    

 

Hamed & Sherifa > 30.4.27 – 13.5.27

Ein König und eine Königin, gleich im Haar und ähnlich im Gesicht

Wie wäre es, wenn es keine Ungerechtigkeiten mehr gäbe auf der Welt? Wenn wir die Machtstrukturen, durch die Menschen unterdrückt werden, überwunden hätten? Wenn niemand mehr die Erde zerstören und endlich Frieden herrschen würde? Und alle so leben und lieben könnten, wie sie wollen? Ausnahmekünstler*in Heinrich Horwitz erzählt die Familienoper Hamed & Sherifa des libanesischen Komponisten Zad Moultaka als Rückblick aus einer utopischen Zukunft – also aus einer Zeit, in der alle Lebens- und Liebesformen möglich und akzeptiert sind. Eine Zeit auch, in der alle Grenzen überwunden sind, auch die zwischen Zuschauerraum und Bühne, so dass am Schluss der Aufführung alle großen und kleinen Zuschauer*innen Teil einer einzigen bunten Gemeinschaft werden. 

    

 

Gastspiele

The Alonetimes > 14.10.26 – 16.10.26

The Alonetimes führt sechs außergewöhnliche Performer*innen durch ein Geflecht aus Erinnerungen, Zeiten und Parallelwelten: eine Druidin am Feuer aus zerbrochenen iPads, zwei Jungen am Klavier kurz vor dem Meteoriteneinschlag, die Stimme einer verlorenen Liebe im Walkie-Talkie. Szenen wie Fundstücke persönlicher Vergangenheit. Für dieses Projekt treffen zwei hochspannende und sehr unterschiedliche Komponist*innen aufeinander: Jennifer Walshe und Philip Venables erkunden in ihrem neuen Musiktheater Einsamkeit – geschärft durch digitale Dauerpräsenz, verstärkt durch Pandemie und Krisen. 

    

 

The Relatives > 8.11.26

Was bleibt von einer Familie, wenn ihre Heimat immer wieder verschwindet? The Relatives folgt der Familiengeschichte des Komponisten Sergej Newski. Basierend auf Interviews mit seiner Großmutter Anna Timofeevna Kravchenko und einzigartigen Super 8-Aufnahmen aus dem Jahr 1968 entsteht eine multimediale Erzählung über vier Generationen hinweg, von 1912 bis heute. Die Form ist radikal: eine Videokonferenz zwischen den Zeiten und augmented reality als dramaturgisches Prinzip. Interviews und Dokumentarmaterial werden zu einem Gespräch, das die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart auflöst. 

 

 

«Unless the people live here» – «Nur wenn die Menschen hier leben»
Eine Silhouettenzeichnung des Opernhauses mit einem fröhlichen halbgeöffneten Mund

An meine lieben Berliner*innen,

als ich eingeladen wurde, mir die Eröffnung der Spielzeit 2026/2027 an der Deutschen Oper Berlin vorzustellen, wollte ich nicht über ein Eröffnungswochenende im herkömmlichen Sinne nachdenken. Stattdessen habe ich mich gefragt, was es bedeuten könnte, das Haus wirklich zu öffnen: für Zeit, für die Menschen der Stadt und für die vielen Formen des Machens, ohne die die Oper überhaupt nicht existieren könnte.

NUR WENN DIE MENSCHEN HIER LEBEN greift die Idee des Gesamtkunstwerks auf, um den Blick über die Bühne hinauszulenken. Oper war immer schon eine kollektive Leistung – getragen von Musiker*innen und Sänger*innen, Kostümbildner*innen und Techniker*innen, vom Einlasspersonal, von Verwaltung, Haustechnik und vielen anderen, deren Arbeit mit dem Öffnen des Vorhangs meist unsichtbar wird. Dieses Projekt geht von der Überzeugung aus, dass all diese Elemente gleichermaßen zählen und dass das Opernhaus selbst als ein lebendiges System verstanden werden kann, geprägt von Zusammenarbeit und Fürsorge.

Das für 30 Stunden geöffnete Haus, das den Beginn der Spielzeit markiert, entfaltet sich als offenes Gefüge, das über Tag und Nacht hinweg zugänglich und in Bewegung bleibt. Im Laufe des Wochenendes werden in Berlin lebende Künstler*innen das Haus mit ortsspezifischen Interventionen bespielen, die sich durch das gesamte Gebäude ziehen. Sie arbeiten auf den Bühnen ebenso wie in Werkstätten, in Foyers und Büros, in Küchen und technischen Bereichen. Ziel ist es nicht, das Opernhaus in etwas anderes zu verwandeln, sondern seine inneren Abläufe in den Vordergrund treten zu lassen.

Die Deutsche Oper Berlin wurde als Opernhaus FÜR DIE MENSCHEN gegründet, und diese Geschichte ist in jeder dieser Interventionen von Bedeutung. Das Haus ist dabei weder bloße Kulisse noch reine Bühne, sondern ein aktiver Mitspieler. Während Sie sich durch das Gebäude bewegen, können Ihnen Momente begegnen, die vertraut wirken, und andere, die eine leise Verschiebung erfahren. Es gibt keinen vorgeschriebenen Weg durch das Wochenende und keine Erwartung, alles zu sehen. Entscheidend ist die Zeit, die man im Haus verbringt.

Ich hoffe, Sie begleiten uns am letzten Augustwochenende – sei es für einen kurzen Besuch oder für längere Zeit – und lassen die gemeinsam verbrachte Zeit Gestalt annehmen, während Sie sich durch das Haus bewegen. Nachdem wir dieses Wochenende miteinander verbracht haben: Was mag über das Haus hinaus bei Ihnen bleiben? Was verändert sich, wenn die Mechanismen des gemeinsamen Lebens sichtbar werden?

Bis dahin, Rirkrit Tiravanija

Rirkrit Tiravanija –
geboren in Buenos Aires und thailändischer Herkunft, ist Bildender Künstler und Performer. Er lebt in New York, Berlin und Chiang Mai. In seinen Arbeiten und Installationen kombiniert Tiravanija Malerei, Drucktechnik, Video, Fotografie und Musik. Auch das gemeinsame Kochen und Essen ist wiederkehrendes Thema. Seine Arbeiten wurden u. a. am Museum of Modern Art und Solomon R. Guggenheim Museum in New York gezeigt, an der National Gallery of Singapore, am Centre Georges Pompidou Paris, am Stedelijk Museum Amsterdam, in der Wiener Secession und am Fridericianum Kassel. Auch bei den Biennalen von Venedig, São Paulo (2006) und bei der Whitney Biennale waren seine Werke zu erleben. Bei der Triennale Paris inszenierte er 2011/12 mit Soup/No Soup ein 12-stündiges Bankett im Grand Palais. Auch die Oper ist ihm vertraut, entwarf er doch das Bühnenbild für Cherkaouis Inszenierung von Hanjo an der Bayerischen Staatsoper (2022/23).

Eröffnungswochenende > 29.&30.8.26

Samstag 12.00 bis Sonntag 18.00 in und um die Deutsche Oper Berlin

 

Mittwoch aus Licht / Licht auf Parsifal / Music of Many / Music of Changes / Music Circus

Als Erweiterung zur Eröffnungsproduktion Mittwoch aus Licht und dem Musiktheaterabend Music of

Changes entwickeln der Dirigent Titus Engel und der Theatermacher Thom Luz für Unlimited einen Zyklus, in dem sie Stockhausen und seinen nicht minder radikalen Zeitgenossen John Cage in Dialog bringen.

John Cage und Karlheinz Stockhausen verkörpern zwei radikale Extreme ihrer Zeit: Cage suchte durch Zufall und Zen-Philosophie das Komponisten-Ego auszulöschen, während Stockhausen als Meister totaler Kontrolle jedes Detail seiner Werke durchorganisierte. Wo Cage Stille und Nicht-Intention zelebrierte, inszenierte Stockhausen sich selbst als entgrenztes Gesamtkunstwerk. Ihre Beziehung war komplex – geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, künstlerischem Austausch und harter Kritik. Ihre Begegnung in Darmstadt wurde zum Aufeinandertreffen von zwei scheinbar unvereinbaren Wegen, Musik radikal neu zu denken, die sich dennoch gegenseitig befruchteten. Ihre Polarität berührt eine zeitlose gesellschaftliche Frage: Was braucht es, um als Gesellschaft zusammenzukommen? Wieviel Kontrolle, Chaos, Zufall, Determination?

Mittwoch aus Licht > 19.9.26 – 27.9.26

Zur Eröffnung der neuen Intendanz wagt sich die Deutsche Oper Berlin an ein Projekt, das Grenzen sprengt und neue Räume öffnet: Karlheinz Stockhausens Mittwoch aus Licht, erstmals als szenische Opernproduktion im deutschsprachigen Raum zu erleben. Nicht weniger als ein kosmisches Welttheater um Mann und Frau, Gut und Böse, Geburt und Tod entwirft der Klangvisionär Stockhausen in seinem monumentalen Zyklus LICHT. Die sieben Tage der Woche. Während in anderen Teilen des Zyklus der Kampf miteinander streitender Kräfte im Zentrum steht, deren Polarität unser Leben jeden Tag aufs Neue bestimmt, wird im Mittwoch die Utopie der Liebe und der spirituellen Verbindung im Geiste der Musik zelebriert – und der Glaube daran, dass Gemeinschaft und Solidarität möglich sind.

Ort: Großes Haus   

 

Sinfoniekonzert: Licht auf Parsifal > 8.9.26

Im Kontext zur Premiere von Mittwoch aus Licht verbindet Titus Engel für sein erstes Konzert als Conductor in Residence die musikalische Schaffenswelt von Stockhausen mit der von Wagner, Komponisten von einer epochalen Wirkung, die ihresgleichen sucht. Wenige Tage vor der Premiere des Mittwoch gibt der zweite Akt aus Donnerstag Einblicke in einen anderen Tag des wochenumspannenden Opernzyklus. Als reiner Instrumentalteil zeichnet Michaels Reise um die Erde einen Heldenweg mit abschließender Himmelfahrt. Offenkundig sind hier die Parallelen zu Parsifals Weg, der zutiefst von Wagners Affinität zur religiösen Spiritualität geprägt ist. Als Bindeglied und Einstimmung auf die quasi-sakrale Stimmung dient John Cages Stück 4′33″, das durch die Etablierung der musikalischen Pause als Klangraum das Hören revolutioniert hat Das Konzert ist damit auch Auftakt zu dem von Titus Engel mitkuratierten Themenschwerpunkt zu Stockhausen und Cage.

Ort: Konzerthaus Berlin   

 

Music of Many > 5.&6.12.26

In der historischen Halle des Hamburger Bahnhof treffen Cage und Stockhausen in einem szenischen Konzert aufeinander. In der raumgreifenden Installation «We Make Years Out of Hours» der litauischen Künstlerin Lina Lapelytė verwebt das Zafraan Ensemble als Satellit des Musiktheaters Music of Changes gemeinsam mit Sängerinnen des Opernensembles zwei Werke der Komponisten miteinander: Cages Hymns and Variations (1979) zeigt über die zufällige Ausdünnung religiöser Hymnen den Weg «from something to nothing and back again», Stockhausens Instrumentalstück Stop (1965) erzeugt aus plötzlich abbrechenden Klangereignissen ein intensives, körperliches Erleben von Präsenz und Energie – ein dynamisches Happening. Ausgehend von diesen Stücken wird auch die Installation selbst zur Partitur. Die Wahrnehmung rückt ins Zentrum, die Grenzen des Hörens werden verschoben – für beide Komponisten die wichtigste Übung zur Rettung der Menschheit.

Ort: Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart   

 

Music of Changes > 5.3.27 – 13.3.27

Gemeinsam mit dem Berliner Zafraan Ensemble entwerfen der musikalisch verspielte und vielseitige Theaterkünstler Thom Luz und Titus Engel einen Musiktheaterabend, in dem sich John Cages Werk in seiner gesamten Weite erleben lässt: Von den überraschend mitreißenden Perkussionsstücken der Anfangsjahre über die nachdenklicheren Ausdünnungs- und Auflösungsharmonien der mittleren Schaffensperiode bis zu den völlig von Zufall und Eigeninitiative ihrer Interpretatorik gestalteten Klangmeditationen des Spätwerks. In einem Bühnenraum zwischen Konzertbühne und musikalischer Turnhalle werden Cages Kompositionen und Konzepte aufgeführt und umgesetzt: Das Publikum erlebt, wie Cages klanggewordene Weltordnung sich auf der Bühne ausbreitet und den Raum verändert. So entsteht ein neuartiges Portrait des Komponisten – und ein Auftrag an uns Menschen der Jetztzeit: Begebt euch in Resonanz, und vergesst die Idee vom Menschen im Macht- und Bedeutungszentrum der Schöpfung.

Ort: Tischlerei   

 

Music Circus > 12.6.27

1967 hat John Cage den Music Circus erfunden – ein musikalisches «Happening», bei dem beliebig viele Künstler*innen gleichzeitig an einem Ort auftreten. Eine anarchische Gemeinschaftskomposition, in der niemand dirigiert und nichts im Vordergrund steht. Das Publikum entscheidet selbst, wohin es lauscht, wohin es sich bewegt. Titus Engel bringt Laienmusiker*innen und Profis der Deutschen Oper Berlin zusammen, um dieses radikale Experiment zu wagen. «Einfach so viele Dinge wie möglich gleichzeitig geschehen lassen», schrieb Cage. Keine Hierarchie. Kein festgelegtes Ergebnis. Was entsteht, wenn alle gleichzeitig spielen? Ein Zirkus der Möglichkeiten – oder: Wie klingt Demokratie?

Ort: Happening für alle – rund um die Oper   

 

Die isländische Komponistin schreibt für die Deutsche Oper eine neue Oper. Als Composer in Residence ist sie auch darüber hinaus immer wieder präsent – u. a. in der Gedächtniskirche und im Berghain. Auch als Kontrabassistin wird sie zu erleben sein.
Bára Gísladóttir © Rui Camilo
 

Mit Aufführungen von London bis Teneriffa und von Warschau bis New York zählt Bára Gísladóttir zu den gefragtesten Komponistinnen ihrer Generation. Die Trägerin des Förderpreises der Ernst von Siemens Musikstiftung und des Carl Nielsen Ehrenpreises ist auch stilistisch eine Weltenwandlerin: Ihre Kompositionen finden ebenso Anklang in der Avantgarde der Neuen Musik wie in der alternativen Szene, bei Sinfoniekonzerten als auch auf Indie-Festivals. Ausgehend von ihren Wurzeln in der klassischen Tradition öffnet die Isländerin genreübergreifend Grenzen zu den rauen Sphären des Heavy-Metal und Doom-Metal, zu den technoiden Gefilden von Noise und Drone oder zum schrankenlosen Horizont des experimentellen Jazz. Diese multiperspektivische Ästhetik zeigt sich besonders für die körperlichen Aspekte von Klang sensibel: «Es geht mir immer auch um die direkte physische Auswirkung, wenn der Klang uns buchstäblich innerlich beben lässt.»

Gísladóttir begreift Sounds als lebendig-dynamische Entitäten, die sich in permanenter Bewegung befinden – und damit in einer fluiden Relation zueinander und gegenüber ihrer Umwelt. Im Zentrum ihrer Musik steht das intensive Eintauchen in Klangräume, um dort Mikrokosmen sichtbar zu machen, die als Experimentierfelder ausgebreitet und erschlossen werden können: «Wenn man in einen Sound hineinzoomt, eröffnet sich dort ein komplett eigener Kosmos, der sich erkunden lässt.» Die Erweiterung der kompositorischen Mittel um elektroakustische Elemente ist ebenso fester Bestandteil ihrer Arbeit wie auch der haptische Kontakt und das Resonieren mit dem Instrument.

Als Kontrabassistin ist Gísladóttir Teil des Elja Ensembles, tritt regelmäßig mit dem Bassgitarristen Skúli Sverrisson im Duo auf und performt ihre eigenen Werke solistisch. So etwa bei Silva, einer Komposition für Kontrabass und Live-Elektronik, die auf Festivals in Linz, Bratislava, Reykjavík und im britischen Huddersfield aufgeführt wurde und im Rahmen der Residency an der Deutschen Oper Berlin nun im Berghain erklingt. Den programmatischen Kontrapunkt dazu bildet Víddir, ein Werk für Ensemble, dessen deutsche Erstaufführung in der Berliner Gedächtniskirche stattfinden wird. Víddir erlebte bereits Aufführungen in Aarhus, Helsinki, Gent, San Diego sowie im mexikanischen Ensenada und entstand 2019 als Studienabschluss ursprünglich für die Grundtvigskirche in Kopenhagen. Dort befindet sich seit etwa zehn Jahren der Lebensmittelpunkt der isländischen Komponistin; zuvor studierte sie in Reykjavík und am Mailänder Conservatorio Giuseppe Verdi.

Seit einigen Jahren nimmt die interdisziplinäre Arbeit eine zunehmend bedeutende Stellung in Gísladóttirs Schaffen ein. So improvisierte sie live zu den psychedelischen Naturbildern des Films The Breathing Forest von Wolfgang Lehmann. Die Zusammenarbeit mit dem Choreografen Ben J. Riepe führte sie an die Staatsoper Hannover, die Tanzfabrik Köln, ans tanzhaus nrw in Düsseldorf und ans Festspielhaus Hellerau in Dresden. Sie konzipiert Klanginstallationen, die in Galerien gezeigt werden, und kooperiert mit bildenden Künstler*innen. Darüber hinaus schreibt sie Musik für die Theaterbühne, so jüngst für Oresteia von Benedict Andrews am Isländischen Nationaltheater. An der Deutschen Oper Berlin entsteht nun ihre erste abendfüllende Oper.

Eine dirigierende Hand

Silva > 25.11.26

Gemeinsam mit dem CTM Festival lädt Unlimited ins Berghain ein, wo Bára Gísladóttir selbst am Kontrabass ihre einstündige Performance Silva präsentiert. Das Werk vereint Einflüsse unterschiedlichster Genres, von Experimentalmusik über Heavy Metal bis Noise, Drone, Techno und Electronica.

Ort: Berghain   

 

Im Kino > 13.1.27

Mit Unlimited geht die Oper ins Kino: Im delphi LUX zeigen Künstler*innen, denen wir in der Opernsaison begegnen, ihre geheimen Lieblingsfilme, guilty pleasures oder kinematische Inspirationspunkte im Kontext der Opernproduktionen – und stellen sie persönlich vor.  

Ort: delphi LUX   

 

Improvisation > 14.1.27

Improvisation als Grundpfeiler lebendiger Musikkultur: Welche formalen oder harmonischen Vereinbarungen werden getroffen, um freies Musizieren zu ermöglichen? Wie unterscheiden sich verschiedene Epochen in dieser Hinsicht? Eine Feier der Spontaneität von Barock bis Jazz mit Composer in Residence Bára Gísladóttir.

Ort: Tischlerei   

 

Ein Mobiltelefon mit lächelnden Augen und Armen und Beinen

Good Vibes Only > 22.1.27 – 12.2.27

Ein digitaler Irrgarten: Jede Sekunde entstehen weltweit zehntausende digitale Beiträge. Posts werden abgesetzt, Tweets verfasst, Videos hochgeladen. Etwa zwei Drittel der globalen Bevölkerung nutzen regelmäßig soziale Medien, knapp die Hälfte täglich. Ein reißender Strom aus Informationen prasselt auf das menschliche Gehirn ein und zwingt zu Entscheidungen auf schrankenlosen Bahnen durch den sich kontinuierlich vergrößernden Digital-Jungel. Dieses heterogene Kreuzfeuer im Endlos-Feed aus permanent nachgespeistem Content formt einen Sog, dem das rezipierende Subjekt kaum zu entkommen vermag. Auf die Suche nach Mustern in diesem multidimensionalen Chaos begeben sich die isländische Komponistin Bára Gísladottir und der französische Autor und Regisseur Joris Lacoste.

Ort: Großes Haus   

 

Víddir > 29.1.27

Víddir für neun Flöten, drei Schlagzeuger, Bassgitarre und Kontrabass feiert seine deutsche Erstaufführung in der Berliner Gedächtniskirche. Das Werk von Bára Gísladóttir verwandelt den Kirchenraum in einen lebendigen Klangkörper. Kokonartig sitzt das Publikum im Kreis zwischen den Instrumentengruppen: der Klang wandert, steigt, fällt, breitet sich in Wellen und Schichten aus. Gleichzeitig verschmelzen die Instrumente zu einer einzigen, organischen Stimme.

Ort: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche   

 

Die Deutsche Oper Berlin hat einen Poet in Residence! Fiston Mwanza Mujila schreibt nicht nur das Libretto zum Musiktheater Sunville, er tritt auch selbst als Performer auf und ist in weiteren Formaten zu erleben.
Ein Porträtbild des kongolesisch-österreichischen Schriftstellers Fiston Mwanza Mujila
Fiston Mwanza Mujila © Jürgen Fuchs
 

Wie kann die Welt gerettet werden? «Mit Poesie!», ist Fiston Mwanza Mujilas ganz entschiedene Antwort. Für den kongolesisch-österreichischen Schriftsteller ist Literatur kein Rückzugsort, sondern eine klanglich-politische Form der Gegenwart.

Fiston Mwanza Mujila wird 1981 in Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo geboren. Er studiert Literatur- und Humanwissenschaften, bevor er 2007 Lubumbashi verlässt. Seit 2009 lebt er in Graz, wo er zunächst als Stadtschreiber wirkt und später afrikanische Literatur an der Universität unterrichtet – und das für ihn mittlerweile eine zweite Heimat geworden ist.

International bekannt wird Fiston Mwanza Mujila mit seinem Debütroman Tram 83 (2014). Im Zentrum steht ein fiktiver Nachtclub in einer afrikanischen Großstadt zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Der Text hat eine besondere Haptik; er ist rhythmisch, repetitiv, voller Einschübe und Aufzählungen. Lange sucht Mwanza Mujila dafür einen Verlag; mehrmals wird er aufgefordert, den Text an europäische Lesegewohnheiten anzupassen. Er lehnt ab. Und der Erfolg gibt ihm schließlich recht: Tram 83 steht 2015 auf der Longlist des Man Booker International Prize, erhält unter anderem den Etisalat Prize for Literature, den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt, den Peter-Rosegger-Literaturpreis und wird mehrfach für die Theaterbühne adaptiert.

Neben Romanen schreibt Fiston Mwanza Mujila Lyrik und Theaterstücke – viele davon werden ausgezeichnet. 2024 wird ihm etwa der Preis der Literaturhäuser verliehen mit der Begründung: «Die Texte sind durchzogen von Rhythmus und Musik, und auch seine Bühnenauftritte sind aufsehenerregend: Er liest seine Texte, er lebt sie – schreit, ruft, lamentiert, flüstert oder singt.»

Mwanza Mujila selbst vergleicht seine Texte mit Liedern – sie sollen gehört werden. Er will die Wörter aus dem Gefängnis der schriftlichen Fixierung befreien, sie erlebbar machen: «Die Schrift ermöglicht mir nicht, alles auszudrücken, was ich möchte. Ich brauche also den Mund, die Rezitation, um zu so etwas wie der letzten Beschreibung zu gelangen.»

Diese enge Verbindung von Text und Musik macht Fiston Mwanza Mujila zu einer idealen Stimme für das zeitgenössische Musiktheater. Deshalb lädt ihn die Deutsche Oper Berlin in der Spielzeit 2026/27 zu einer Residency ein. Er wird das Opernprogramm schreibend begleiten und seine Perspektive kontinuierlich einbringen.

So wird er etwa das Libretto für das Musiktheaterstück Sunville verfassen und dort auch als Performer zu erleben sein, in einem Unlimited Salon zur Produktion Otello den Stoff neu beleuchten und ein Schreib-Atelier mit seiner Expertise betreuen. Seine Arbeit wird aber auch über das Opernhaus hinauswirken: Er wird Teil einer Performance mit Sofia Jernberg beim Internationalen Literaturfestival Berlin im September 2026 sein und im Rahmen der Kino-Kooperation mit den York-Kinos gegen Ende der Saison einen seiner Lieblingsfilme präsentieren.

Fiston Mwanza Mujila erweitert das Opernhaus um neue sprachliche Räume, globale Perspektiven und macht es so zu einem Resonanzraum der Gegenwart.

Sunville Performance > 10.9.26

Gemeinsam mit Sofia Jernberg liest und performt Fiston Mwanza Mujila Auszüge aus dem Libretto für Sunville: improvisiert, spontan, auf den Raum reagierend. Danach folgt ein Gespräch mit beiden – über die Komplexität von Hoffnung, die Hintergründe von Sunville und ihre Kunst.

Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin

Ort: Haus der Berliner Festspiele 

 

Sunville > 25.9.26 – 2.10.26

Überlebende des Meeres, Geflüchtete, Exilierte, kommen auf einer Insel zusammen. Aus dem Nichts errichten sie eine neue Gesellschaft, ohne die alten Regeln von Herkunft, von Macht. Kann es das geben, eine Gemeinschaft, die auf Liebe gründet? ... Ein afrofuturistisches Musiktheater von Sofia Jernberg, Fiston Mwanza Mujila und Stephanie Thiersch.

Ort: Tischlerei   

 

Im Kino > 4.11.26

Mit Unlimited geht die Oper ins Kino: In einem der Säle des delphi Lux zeigen Künstler*innen, denen wir in der Opernsaison begegnen, ihre geheimen Lieblingsfilme, guilty pleasures oder kinematografische Inspirationspunkte im Kontext der Opernproduktionen – und stellen sie persönlich vor. 

Ort: delphi LUX  

 

Unlimited Salon: Otello > 6.4.27

Mit einer eigenen Performance wird Fiston Mwanza Mujila aus seiner Perspektive in Giuseppe Verdis Otello einführen.

Ort: Foyer   

 

Atelier > 5.4.27

Eine Schreibwerkstatt, geleitet von Fiston Mwzanza Mujila. 

Ort: Foyer   

 

Kasala pour mon Kaku > 9.&11.4.27

Fiston Mwanza Mujila trifft bei Jazz & Lyrics auf die Musiker*innen der BigBand. Seine rhythmisch getragenen Texte verschmelzen mit Jazz-Improvisation – ein Dialog zwischen kongolesischer Poesie und den afrodiasporischen Wurzeln des Jazz.

Ort: Tischlerei   

 

Das Poet-in-Residence Programm
wird ermöglicht durch die großzügige
Unterstützung von
Logo der Deutsche Bank Stiftung

 

Eine translokale Reihe in Kooperation mit Berliner Partner*innen.
Eine gezeichnete Rose mit weiblichem Gesicht, aus dessen Stiel sich ein Mikrofon aufrichtet.

Was kann eine Stimme sein? Ritual, Widerstand, Mythos und Wissensträgerin? Visionärin, Gedächtnis und Heilung? Die neue Reihe Cantadoras versammelt herausragende Künstlerinnen, die diese Fragen radikal stellen – jede auf ihre Weise, in ihrer Tradition, mit ihrer Praxis. Verschiedene Stimmtechniken treffen auf Improvisation und Performance, spirituelle Praxis auf politischen Widerstand, jahrhundertealte Überlieferungen auf progressive Klangkunst. In der ersten Saison vereint die neue Konzertreihe von Unlimited Obertongesang aus Tuwa, persische Vokaltraditionen aus dem Iran, karnatische Musik, ukrainische Polyphonie und äthiopischschwedische Vokalkunst.

Sofia Jernberg > 27.10.26 

Die gefeierte schwedisch-äthiopische Sopranistin, Performerin und Komponistin bewegt sich zwischen zeitgenössischer Komposition, Noise, Free Jazz und experimenteller Vokalkunst. Ihre Stimme durchmisst fünf Oktaven – von gutturalem Growl bis zu kristallinen Obertönen, von mikrotonalen Glissandi bis zu perkussiven Klangexplosionen. Ein Instrument des Widerstands und der Erkundung – unbändig, präzise, unvorhersehbar.

Ort: Haus der Kulturen der Welt  

 

Derya Yıldırım > 18.12.26

Derya Yıldırım bringt in ihrem Soloprogramm anatolische Volksmusik auf die großen Bühnen – nicht als Folklore, sondern als lebendige Kunstform. Sie begleitet sich selbst an der Bağlama und erzählt in ihrer Musik Geschichten – von Migration, Widerstand und Identität.

Ort: Tischlerei 

 

Sainkho Namtchylak & HMOT > 23.1.27

Die tuwinische Sängerin gilt als eine der radikalsten Stimmen der Gegenwart. Sie nutzt Obertongesang (Khöömei), bei dem mehrere Töne gleichzeitig erklingen, und traditionelle Kehlkopftechniken. Ihre Stimme sprengt Grenzen: zwischen 3000 Jahre alter tuwinischer Tradition und Noise-Avant-Garde, zwischen ritueller Beschwörung und zeitgenössischer Improvisation, zwischen Sprache und Klang. Im Rahmen von Cantadoras begegnet sie dem in Sibirien aufgewachsenen, baschqorischen Klangkünstler Stas Shärifullá alias HMOT.

Ort: Tischlerei 

 

Golnar Shahyar & Atena Esthiaghi > 19.3.27

In ihrer Arbeit verbindet die iranische Sängerin und Komponistin Golnar Shahyar Stimme, Sprache und Körper zu einer politisch wie poetisch aufgeladenen Praxis. Gemeinsam mit der Cellistin Atena Eshtiaghi kreiert sie offene Klangräume traditioneller, experimenteller Musik, in denen Verletzlichkeit, Widerstand und die Frage nach dem Erheben der eigenen Stimme sinnlich erfahrbar werden.

Ort: Tischlerei 

 

Mariana Sadovska > 11.6.27

Die ukrainische Sängerin taucht in archaische und polyphone Gesangstraditionen ein: enge Intervallsprünge, rituelle Rufgesänge (Голосіння/Holosinnya) , komplexe Rhythmen der Kolyada-Lieder. Sie verbindet diese mit elektronischen Klängen und Feldaufnahmen. Ihre Stimme erzählt von rituellen Praktiken, die über Jahrhunderte mündlich weitergegeben wurden – und heute neu erklingen, dringlicher denn je.

Ort: Berliner Ensemble 

Mit Georg Nigl, August Diehl, Nina Hoss und Nicholas Ofczarek
Eine Eule, deren Schnabel zu singen scheint, umgeben von Mond und Sternen

Wenn die Oper ihre Türen schließt und das Licht im Foyer erlischt, erwachen die verborgenen Räume des Hauses – die Schneiderei zwischen leuchtenden Nähmaschinen, die Hinterbühne zwischen lagernden Kulissen, die Tischlerei im dämmernden Licht. Der Bariton Georg Nigl öffnet diese heimlichen Orte für drei intime Begegnungen zwischen Lied und Text.

Mozarts Clavichord > 5.&6.12.26

Zum ersten Mal seit 1842 verlässt Mozarts Clavichord Salzburg. Sein eigenes Instrument, auf dem er komponierte, geträumt hat, gezweifelt hat. Zwischen surrenden Nähmaschinen im Kostüm wird die Musik von Papageno zu armen Veilchen plötzlich greifbar – als hätte Mozart gerade den Raum verlassen.
Mit August Diehl (Rezitation) und Alexander Gergelyfi (Clavichord)

Ort: Nähatelier  

 

Atemlinie – Eine Annäherung an Käthe Kollwitz > 13.&14.2.27

«Ich kann mir doch kaum denken, daß eine andere Kunst außer der Musik so ins Innre dringt», schreibt Käthe Kollwitz über Schubert. Was passiert, wenn ihre Worte auf seine Lieder treffen? Ein Dialog zwischen zwei Künstler*innen, die nie miteinander sprachen – und sich doch verstehen.
Mit Nina Hoss (Rezitation) und Olga Pashchenko (Klavier)

Ort: Kulissenlager  

 

Letzte Tage der Menschheit > 20.6.27

Karl Kraus’ apokalyptische Chronik des Ersten Weltkriegs trifft auf Mahlers zerrissene Klänge und Eislers scharfe Töne. Musik und Sprache verwoben zu einem Spiegel, der uns heute anblickt. Wie klingt der Untergang? Und erkennen wir ihn wieder?
Mit Nicholas Ofczarek (Rezitation) und Bendix Dethleffsen (Klavier)

Ort: Tischlerei   

 

Moderierte Kammermusik in der Tischlerei
Eine junge Frau scheint in einem Notensystem fröhlich zu fahren, wobei die nach oben wegschwingenden Notenlinien einen wehenden Schal bilden.

Die Tischlereikonzerte sind das kammermusikalische Herz der Tischlerei. Hier entscheiden die Musiker*innen selbst: Was bewegt uns? Was wollen wir teilen? Inspiriert von den Neuproduktionen auf der Opernbühne und in der Tischlerei entstehen sechs Abende, die Bekanntes und Verborgenes zusammenbringen. Diese Konzerte sind persönlich, unerwartet, lebendig, die geheimen Leidenschaften des Orchesters. Musik für Herz und Kopf. Sechs Abende in der Tischlerei. Kommt vorbei und hört, was unsere Musiker*innen bewegt.

Wider das Vergessen > 7.10.26

Verschollene Biografien von im Nationalsozialismus verfolgten Musiker*innen, die einst in der Oper spielten, und herausragende Musik, die heute wieder erklingt: Von Felix Mendelssohn Bartholdy über Aribert Reimann bis Miloslav Kabeláč und Werner Richard Heymann. Ein Abend wider das Vergessen.

 

 

Culture Clash > 30.11.26

Konfrontation oder Inspiration? Wo treffen sich Traditionen, wo reiben sie sich? Ein Abend über musikalische Begegnungen, Schnittstellen, Keimzellen – und Aneignung. Mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy, Antonín Dvořák, Béla Bartók und Hilda Paredes.

 

 

Improvisation > 14.1.27

Improvisation als Grundpfeiler lebendiger Musikkultur: Welche formalen oder harmonischen Vereinbarungen werden getroffen, um freies Musizieren zu ermöglichen? Wie unterscheiden sich verschiedene Epochen in dieser Hinsicht? Eine Feier der Spontaneität von Barock bis Jazz mit Composer in Residence Bára Gísladóttir.

 

 

LOL > 1.3.27

Ist das noch lustig? Lachen ist soziale Interaktion – und findet vielfach Entsprechungen in der Musik, von absurd bis subversiv. Wenn wir doch nur das Gleiche lustig fänden. Ein Abend mit den Akademist*innen des Orchesters. 

 

Ist es Liebe? > 7.4.27

Spielarten von Liebesbeziehungen. Wir zeigen die Facetten der Liebe in der Musik: obsessiv, zärtlich, destruktiv, unerreichbar. Von der ersten Begegnung über eine Schwärmerei bis zur letzten Trennung. Ein Abend in Wort und Ton über die Liebe. 

 

Britannia > 19.5.27

Anlässlich des War Requiems: Benjamin Brittens musikalische Welt. Welche Einflüsse prägten sein Schaffen? Was macht seine Farbenpalette so besonders? Von Purcell bis Britten – eine Inselreise durch Jahrhunderte. 

 

Die Fusion von Jazz mit Lyrik in der Tischlerei

Seit über zehn Jahren steht die Jazzreihe der BigBand der Deutschen Oper Berlin in der Tischlerei für besondere musikalische Begegnungen im intimen Setting. Jedes Konzert verbindet Jazz mit Lyrik, Poesie oder biografischen Einblicken bedeutender Komponist*innen und Jazzlegenden.

Kuratiert und präsentiert wird die Reihe von den BigBand-Mitgliedern Rüdiger Ruppert, Sebastian Krol und Guntram Halder.

Aus einem Saxofone quellen lächelnde Wolken hervor mit großen strahlenden Augen

Two of a Kind > 23.&25.10.26

Bob Brookmeyer und Clark Terry – zwei Ausnahmemusiker, deren kreative Partnerschaft einen unverwechselbaren Sound schuf, der Humor, Virtuosität und kompositorische Raffinesse vereint. Die Musik einer der spannendsten Zusammenarbeiten der Jazzgeschichte. 

 

The Jazziversum > 21.&22.11.26

Wie klingt der Urknall im Jazz? Eine musikalisch-wissenschaftliche Reise durch die Geschichte des Kosmos – vom Urknall bis heute. 90 Minuten zwischen Astrophysik und Improvisation. Uraufführung!  

 

Special mit Tom Hickox > 13.12.26

Der britische Singer-Songwriter Tom Hickox präsentiert Songs seines Albums «The Orchestra of Stories» mit Musiker*innen der BigBand und des Orchesters der Deutschen Oper Berlin – ein besonderes Konzert.

 

 

Kasala pour mon Kaku > 9.&11.4.27

Fiston Mwanza Mujila, Poet in Residence 26/27, trifft auf die Musiker*innen der BigBand. Seine rhythmisch getragenen Texte verschmelzen mit Jazz-Improvisation – ein Dialog zwischen kongolesischer Poesie und den afrodiasporischen Wurzeln des Jazz. 

   

 

Les Grandes Dames du Jazz > 14.&16.5.27

Ella Fitzgerald, Nina Simone, Billie Holiday – große Jazzsängerinnen, die herausragende Gesangskunst mit Widerstand verbanden. Geschichten aus ihren Leben und neue Interpretationen ihrer bekanntesten Songs. 

 

Vertreter*innen aus Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft im Gespräch zu aktuellen Themen
 

Der Unlimited Salon lädt ein zu einem experimentellen Zugang zu den Opernstoffen. Ob ein berühmter Berliner Astrologe mit Stockhausen und Sun Ra in die Sterne schaut, wir Wein und Arien verbinden oder einen Workshop zu Digital Detox machen. Wir blicken aus Perspektiven auf die Oper, die aus dem echten Leben kommen. Und natürlich gibt’s einen Drink dazu, aufs Haus.

Sunville > 21.9.26

   

Der fliegende Holländer > 13.10.26

 

Good Vibes Only > 12.1.27

 

Così fan tutte > 17.2.27

 

Otello > 6.4.27

Mit einer eigenen Performance wird unser Poet in Residence, der kongolesisch-österreichische Ausnahmekünstler, Performer und Schriftsteller Fiston Mwanza Mujila, aus seiner Perspektive in Otello einführen.

  

War Requiem > 8.6.27

 

 

Deutsche Oper Berlin und Yorck Kinos präsentieren: Artists’ Choices

Mit Unlimited geht die Oper ins Kino: In einem der Säle des delphi Lux zeigen Künstler*innen, denen wir in der Opernsaison begegnen, ihre geheimen Lieblingsfilme, guilty pleasures oder kinematografische Inspirationspunkte im Kontext der Opernproduktionen – und stellen sie persönlich vor. Alles im Zeichen unseres Saisonmottos Make Love

Zwei große Augen und eine Tüte Popcorn

mit Susanne Kennedy > 30.9.26 

Susanne Kennedy inszeniert zur Eröffnung der neuen Spielzeit an der Deutschen Oper Berlin Stockhausens Mittwoch aus Licht – eine Oper, die das Bewusstsein selbst zur Bühne macht. Als ihren Film für die Reihe Im Kino hat sie David Lynchs Inland Empire gewählt.

mit Fiston Mwanza Mujila > 4.11.26

Fiston Mwanza Mujila ist Poet in Residence der Deutschen Oper Berlin in der Saison 26/27 und Teil des afrofuturistischen Musiktheaters Sunville in der Tischlerei. Als seinen Film für die Reihe Im Kino hat er Neptune Frost gewählt.

mit Bára Gísladóttir > 13.1.27

Bára Gísladóttir ist Composer in Residence der Saison 26/27 der Deutschen Oper Berlin und Komponistin der Uraufführung Good Vibes Only. Als ihren Film für die Reihe Im Kino hat sie Bong Joon-hos Parasite gewählt.

mit Maxime Pascal > 3.2.27

Maxime Pascal, Principal Guest Conductor der Deutschen Oper, leitet in dieser Saison Stockhausens Mittwoch aus Licht und dirigiert das Sinfoniekonzert Turangalîla – Messiaens überwältigenden Liebesgesang, inspiriert von der Legende um Tristan und Isolde: Liebe als kosmische Kraft, unstillbar und grenzenlos. Als seinen Film hat er Miyazakis Prinzessin Mononoke gewählt: dieselben Fragen, ein sterbender Wald, keine einfachen Antworten.

mit Kornél Mundruczó > 24.3.27

Kornél Mundruczó bringt Verdis Otello nach dem Drama von Shakespeare an die Deutsche Oper – eine Inszenierung, die direkt in die Innenwelt eines Mannes führt, den Eifersucht und Schuld zerfressen. Seine Filmauswahl: Michael Hanekes Caché. Was verdrängt wird, verschwindet nicht.

mit Dr. Aviel Cahn > 30.6.27

Aviel Cahn beschließt seine erste Saison als Intendant der Deutschen Oper mit Derek Jarmans War Requiem – der Verfilmung desselben Britten-Werks, das in dieser Spielzeit auch auf der Opernbühne zu erleben ist.

 

Eine schmale Streichholzschachtel mit Zündhölzern, deren Köpfe lächelnde Gesichter haben. Das erste Streichholz ist entzündet worden.

In den Late Nights wird die Bühne zum Tanzraum, Stimmen werden verzerrt, die Foyers zu offenen Floors. Wir verbinden uns mit Partner*innen der Berliner Clubszene und befragen die Oper aus der Perspektive der Nacht: Was heißt zusammen sein, wenn sich die Ordnung verschiebt? Die Nacht ist offen, kommt und tanzt! Vor der Party gibt es eine musiktheatrale Intervention: Studierende der Musikhochschule Hanns Eisler bilden eine schnelle Eingreiftruppe und suchen nach Antworten auf die Frage, wie Oper auf unsere atemlose Gegenwart reagieren kann.

29.8.26

Im Rahmen des Eröffnungswochenendes

Ort: Wird noch bekanntgegeben   

26.2.27

Im Rahmen der Neuproduktion Good Vibes Only

Ort: Auf der Hauptbühne   

2.7.27

Zum Spielzeitende

Ort: Foyer   

Make Love... to the night: Nach ausgewählten Vorstellungen, zu denen wir das Publikum einladen, sich herauszuputzen wie es ihnen gefällt, wird das Foyer der Deutschen Oper Berlin zur extravaganten Chillout-Party-Lounge. Elegant, vielleicht sogar glamourös mit DJ, Drinks und Tanz lassen wir den Opernabend weiterleben. Für alle, die drin waren und Lust haben, die Nacht in der Oper zu verlängern.

Ein strahlender und winkender Berliner Fernsehturm

nach Carmen > 9.10.26

  

nach La bohème > 11.12.26

  

nach Rigoletto > 19.2.27

  

nach Antikrist > 21.5.27