Cantadoras

Eine translokale Reihe in Kooperation mit Berliner Partner*innen.

Was kann eine Stimme sein? Ritual, Widerstand, Mythos und Wissensträgerin? Visionärin, Gedächtnis und Heilung? Die neue Reihe Cantadoras versammelt herausragende Künstlerinnen, die diese Fragen radikal stellen – jede auf ihre Weise, in ihrer Tradition, mit ihrer Praxis. Verschiedene Stimmtechniken treffen auf Improvisation und Performance, spirituelle Praxis auf politischen Widerstand, jahrhundertealte Überlieferungen auf progressive Klangkunst. In der ersten Saison vereint die neue Konzertreihe von Unlimited Obertongesang aus Tuwa, persische Vokaltraditionen aus dem Iran, karnatische Musik, ukrainische Polyphonie und äthiopischschwedische Vokalkunst.

Sofia Jernberg > 27.10.26 

Die gefeierte schwedisch-äthiopische Sopranistin, Performerin und Komponistin bewegt sich zwischen zeitgenössischer Komposition, Noise, Free Jazz und experimenteller Vokalkunst. Ihre Stimme durchmisst fünf Oktaven – von gutturalem Growl bis zu kristallinen Obertönen, von mikrotonalen Glissandi bis zu perkussiven Klangexplosionen. Ein Instrument des Widerstands und der Erkundung – unbändig, präzise, unvorhersehbar.

Ort: Haus der Kulturen der Welt  

 

Derya Yıldırım > 18.12.26

Derya Yıldırım bringt in ihrem Soloprogramm anatolische Volksmusik auf die großen Bühnen – nicht als Folklore, sondern als lebendige Kunstform. Sie begleitet sich selbst an der Bağlama und erzählt in ihrer Musik Geschichten – von Migration, Widerstand und Identität.

Ort: Tischlerei 

 

Sainkho Namtchylak & HMOT > 23.1.27

Die tuwinische Sängerin gilt als eine der radikalsten Stimmen der Gegenwart. Sie nutzt Obertongesang (Khöömei), bei dem mehrere Töne gleichzeitig erklingen, und traditionelle Kehlkopftechniken. Ihre Stimme sprengt Grenzen: zwischen 3000 Jahre alter tuwinischer Tradition und Noise-Avant-Garde, zwischen ritueller Beschwörung und zeitgenössischer Improvisation, zwischen Sprache und Klang. Im Rahmen von Cantadoras begegnet sie dem in Sibirien aufgewachsenen, baschqorischen Klangkünstler Stas Shärifullá alias HMOT.

Ort: Tischlerei 

 

Golnar Shahyar & Atena Esthiaghi > 19.3.27

In ihrer Arbeit verbindet die iranische Sängerin und Komponistin Golnar Shahyar Stimme, Sprache und Körper zu einer politisch wie poetisch aufgeladenen Praxis. Gemeinsam mit der Cellistin Atena Eshtiaghi kreiert sie offene Klangräume traditioneller, experimenteller Musik, in denen Verletzlichkeit, Widerstand und die Frage nach dem Erheben der eigenen Stimme sinnlich erfahrbar werden.

Ort: Tischlerei 

 

Mariana Sadovska > 11.6.27

Die ukrainische Sängerin taucht in archaische und polyphone Gesangstraditionen ein: enge Intervallsprünge, rituelle Rufgesänge (Голосіння/Holosinnya) , komplexe Rhythmen der Kolyada-Lieder. Sie verbindet diese mit elektronischen Klängen und Feldaufnahmen. Ihre Stimme erzählt von rituellen Praktiken, die über Jahrhunderte mündlich weitergegeben wurden – und heute neu erklingen, dringlicher denn je.

Ort: Berliner Ensemble