Das Dirigenten-Team der Deutschen Oper Berlin
Erstmals gibt es an der Deutschen Oper Berlin ein Team aus drei Dirigenten statt eines Generalmusikdirektors: Maxime Pascal, Michele Spotti und Titus Engel haben ganz unterschiedliche künstlerische Profile und ergänzen sich ideal.
Maxime Pascal, …
Principal Guest Conductor, geboren 1985 in Nantes, ist ein leidenschaftlicher Erforscher des Klangs und einer der interessantesten Dirigenten seiner Generation. 2008 sorgte er international für Aufsehen mit der Gründung seines Ensemble Le Balcon, einem innovativen Kollektiv, das schnell zu einem zentralen Akteur in der Neue-Musik-Szene geworden ist. Seit Beginn seiner Karriere, so sagt er selbst, ist er fasziniert von der Oper als einem ganzheitlichen Erlebnis aus Klang und Bild. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Musik Stockhausens in seinem künstlerischen Wirken ein. Maxime Pascal gilt als ausgewiesener Kenner des Zyklus LICHT, die sieben Tagen der Woche hat er mit seinem Ensemble Le Balcon bis auf den Mittwoch in Paris und Lille bereits realisiert, mit der Premiere des Mittwoch an der Deutschen Oper Berlin wird er den Zyklus nun vollenden. Neben der zeitgenössischen Musik dirigiert Maxime Pascal aber auch gern Oper des 19. und Klassiker des 20. Jahrhunderts, unter anderem Carmen am Theater Basel, The Greek Passion bei den Salzburger Festspielen, Pelléas et Mélisande an der Berliner Staatsoper und – im April 2026 – an der Mailänder Scala sowie Die Dreigroschenoper beim Festival in Aix-en-Provence. Als regelmäßiger Gast für Oper und Konzert bei den Salzburger Festspielen wird er im Sommer 2026 dort eine Neuproduktion der monumentalen Heiligen-Oper Saint François d’Assise von Olivier Messiaen dirigieren. Sein Engagement als Principal Guest Conductor des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, einem «Juwel des europäischen Musiklebens», ist für ihn, so sagt er selbst, «ein Meilenstein auf seinem künstlerischen Weg».
Michele Spotti, …
Principal Guest Conductor, geboren 1993 in Mailand, vertritt als junger, aber bereits äußerst gefragter Dirigent die italienisch-romantische Dirigenten-Tradition und ist somit eine ideale Ergänzung zu Maxime Pascal. Er ist Musikdirektor der Oper Marseille und war bisher Gast an Häusern wie der Opéra de Paris, dem Teatro San Carlo in Neapel, dem Teatro dell’Opera in Rom, der Semperoper Dresden sowie der Wiener Staatsoper. Sein Debüt an der Metropolitan Opera in New York ist für Mai 2026 geplant. Die Aufnahme von Offenbachs Barbe-Bleu an der Opéra de Lyon unter seiner Leitung, erschienen bei Opus Arte, wurde kürzlich mit dem «Diapason D’Or» ausgezeichnet. «Berlin war schon immer eine Stadt der künstlerischen Entdeckungen und des musikalischen Dialogs», so Michele Spotti. «Ich fühle mich geehrt durch die großartige Möglichkeit, als Principal Guest Conductor den Reichtum des italienischen Repertoires – und nicht nur das – auf die lebendige Bühne der Deutschen Oper Berlin zu bringen.»
Titus Engel, …
Wahlberliner, geboren 1975 in Zürich, komplettiert als Conductor in Residence das Dirigenten-Team der Deutschen Oper Berlin und ist in dieser Funktion auch in die Projekte von Deutsche Oper Unlimited eingebunden. 2020 wurde er bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt als «Dirigent des Jahres» ausgezeichnet, 2025 erhielt er für sein künstlerisches Schaffen den Schweizer Musikpreis. Geschätzt für seine Expertise auf dem Gebiet der historischen Aufführungspraxis ebenso wie für seine Dirigate klassisch-romantischer und zeitgenössischer Kompositionen, ist der vielseitige Künstler regelmäßig mit zentralen Werken der Opernliteratur sowie im Konzertsaal zu erleben. Er ist einer der bevorzugten Sparring-Partner zahlreicher Komponist*innen für Opern-Uraufführungen und außergewöhnliche Projekte von der Oper Frankfurt über die Ruhrtriennale bis nach Genf. Musiktheater begreift er als ein künstlerisches Experimentierfeld, auf dem gesellschaftliche Utopien gedeihen können. Die Zusammenführung verschiedener Musik- und Kunstwelten sowie die Öffnung der klassischen Musik für alle Gesellschaftsschichten sind ihm in seiner Arbeit besondere Anliegen. Zu seinen Opernproduktionen der letzten Jahre gehören Hans Werner Henzes Floß der Medusa (Komische Oper Berlin), aufgeführt im Flughafen Tempelhof, und eine den Stadtraum einbeziehende Inszenierung von Olivier Messiaens Saint François d’Assise in Stuttgart. Letztere wurde vom Magazin Opernwelt ausgezeichnet als «ungewöhnlichste Opernerfahrung des Jahres 2023». Zuletzt leitete er die Uraufführungen von Hèctor Parras Justice (Genf), Michael Wertmüllers Echo 72. Israel in München (Hannover) und Olga Neuwirths Monster‘s Paradise in Hamburg. Seit 2023 ist er Principal Conductor der Basel Sinfonietta. Zu seiner Ernennung sagt Titus Engel: «Ich freue mich sehr darauf, innovative Opernprojekte und Konzerte an der Deutschen Oper Berlin zu realisieren und mitzuhelfen, die Verbindung der großen und ehrwürdigen Institution mit dem sprühenden Leben der Berliner Szene zu ermöglichen.»